Über uns
Initiative Nossendorfer Themen
Mit Nachbarn Ideen eigenständig umsetzen
Auf einen Blick
Unser Projekt zeigt in kleinen Schritten, wie Bürger in einer sehr finanzschwachen Kommune durch Eigeninitiative Ideen realisieren können, diese nachhalten und sich als Gemeinschaft weiterbringen.
Projektbeschreibung
Nossendorf ist eine struktur-, finanz- und motivationsschwache Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit 629 Einwohnern (2005 waren es noch 25% mehr). Hier gibt es so gut wie keine Infrastruktur, keine Schule, wenig Jobs und dünnen ÖPNV. Die Resignation, ohne finanzielle Mittel gewünschte Ideen nicht umsetzen zu können, ist groß. Unsere Initiative konnte in kleinen Projektschritten bewirken, dass durch eigenes Tun weniger Engagierter doch Projekte wie eine Mitmachbibliothek und die Reaktivierung der kommunalen Streuobstwiese realisiert werden konnten. Der Kreislauf „Idee -> Handeln -> Erfolg -> Motivation -> neue Idee“ und das motivierte Netzwerk von Engagierten im Dorf konnte Zusehende motivieren. Aktuelle Projekte sind: sicherer Radweg, Bänke für Streuobstwiese, Mitmachbibliothek, Beachvolleyballfeld, online-Dorfplattform, KulturTreff, Fuß- & Radroutenplan, Fahrgemeinschaften sowie Verkaufsautomat für Nachbarschaftsprodukte.
Ursprünglich sechs Aktive werden mittlerweile von bis zu fünfzig Interessierten je nach Thema unterstützt. Möglich ist dies auch durch die online-Dorfplattform NossendorferThemen.de, die zum Drehpunkt der Zusammenarbeit und Arbeitsteilung geworden ist. Sie bündelt den Kommunikationsaustausch und informiert ständig aktuell über Arbeitsstände, notwendige Aktionsmaßnahmen, Aufrufe, Treffen. Sie fungiert als Projektmanagement-Werkzeug. Die Durchführung einer Rad-Demo klappt beispielsweise durch digitale Funktionen „wer übernimmt welche Aufgabe?“.
Entstehungsgeschichte
Die Entfaltungsmöglichkeiten der Menschen einer sehr finanzschwachen Gemeinde sind minimal. Viele Ideen bleiben stecken. In einer Zukunftswerkstatt im April 2024 kamen Interessierte Nossendorfer/ -innen zusammen, um nicht endgültig in Resignation zu verfallen, sondern womöglich gemeinschaftlich Wünsche zu realisieren. Sechs Aktive kristallisierten sich heraus und packten an. Es konnten durch kleine Erfolge „Zuseher“ gewonnen und zu Interessierten werden, die jetzt themenbezogen mitmachen.
Meilensteine/Erfolge
Die Erfolge zeigen, dass privates Engagement sich lohnt. In Nossendorf sind zahlreiche Initiativen und Projekte entstanden - von Streuobstwiese, Obstbaumschnittkurs, Kita-Beetpflege mit kids, über Radwege bis zur Mitmachbibliothek oder Beachvolleyballplatz. Wir denken größer, mutiger und selbstbewusster. Wir setzen uns überschaubare Ziele, organisieren gemeinsam und haben Erfolge. Das hat Vorbildcharakter und wird auf andere Projekte und Orte übertragen. Die Stimmung hat sich positiv verändert.
Nächste Vorhaben und Ziele
Der Gemeinde sind die Hände gebunden; nur kommunale Pflichtaufgaben sind noch umsetzbar. In kleinem Umfang ist eine Hilfe bei bürgerschaftlichen Projekten machbar: z.B. Schnittpflege der Streuobstwiese, Bau des Volleyballplatzes durch Eigenleistung. Wir Bürger werden uns um die Finanzierung „unserer“ Projekte kümmern, die Projekte voranbringen und möglichst eigenständig durchführen: sicherer Radweg, „Streuobstwiese für alle“, Mitmachbibliothek, Beachvolleyballfeld, Dorfplattform und KulturTreff.
Team und Zielgruppen
Die Initiative ist rein ehrenamtlich entstanden und organisiert; das Kernteam hat sechs Mitglieder. Ca. 5% der Einwohner sind von sich aus aktiv engagiert; immer die selben in verschiedenen Bereichen. Andere beteiligen und engagieren sich in der Regel nicht so sehr oder themenbezogen. Wir Aktiven wollen andere zum Mitmachen motivieren, denn nur so können wir weiterkommen. Heute sind schon mehr als 50 für eine aktive Mitarbeit je nach Thema erreichbar; für neue Projekte sollten es mehr werden.
Direkt profitieren über 100 Nachbarn, die sich verschieden stark engagieren. Mindestens ein Event/Monat: Infoabende (z.B. Solar, Energiesparen), Klönschnack in der Mitmachbibliothek, Pflanzenbörse, Obstbaumschnittkurs. Wir werben per Presse (43 mal), Flyer (270 Haushalte), WhatsApp-Kanal der Gemeinde (185 Follower), Newsletter (48 Abos). Zur Beteiligung bieten wir Workshops, Abstimmungen, Planungstreffen (z.B. für eine Rad-Demo) und digitale Funktionen auf der online-Dorfplattform an.
Netzwerk und Finanzen
Die Bereitschaft zum Engagement gilt es zu fördern. Dafür halten wir ein unkompliziertes online Info- und Mitmachwerkzeug vor. Wir arbeiten mit der Zukunftswerkstatt, den Zukunfts- und Klimapaten, der Gemeinde, dem neuen KulturTreff, dem Verein T30, dem Streuobstwiesennetzwerk MV, mit Berlinern aus der Kunst- und Filmszene und anderen Gemeinden beim Ideenaustausch in unserer Region zusammen. Der KulturTreff stellt ab 2027 einen Raum. Der Nordkurier unterstützt uns mit umfangreichen Artikeln.
Wir erhalten keine Spenden, erheben keine Mitgliedsbeiträge und haben keine eigenen Einnahmen. Kleinere Ausgaben und die online-Dorfplattform werden von Privatpersonen getragen. Bisher haben wir für einzelne Aktivitäten (Raummiete, Flyer, Plakate, Warnwesten, Bücherregale, Obstbaumschnittkurs, Catering etc.) Förderanträge gestellt und Zuwendungen für Mikro-Projekte erhalten (LEKA MV, Klimastiftung MV, DSEE, WIR Erfolg braucht Vielfalt).
Für einzelne Aktivitäten benötigen wir Flyer, Plakate etc. und wir möchten einen Beamer und ein Flipchart anschaffen. Um nicht jedes Mal bei Förderanträgen zu bangen, ob sie bewilligt werden, wäre ein gesichertes Budget wünschenswert.




